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Projekte

Als Deutschlehrer am Gymnasium Weilheim i.OB (1974 – 1982 und 1985 – 2004) und an der Deutschen Schule London habe ich immer wieder Projekte organisiert und publizistisch begleitet.

Von 1974 bis 1976 war ich beratender Lehrer von sechs Ausgaben der Schülerzeitung „Klecks“, die im Sommer 1976 beim Schülerzeitungswettbewerb des Bayerischen Kultusministerium mit einem 1. Preis ausgezeichnet wurde.

Von 1976 bis 1982 redigierte ich sieben Jahresberichte, 1978 außerdem die Festschrift zum 100jährigen Bestehen des Gymnasiums Weilheim.

 

 

Im Herbst 1978 beteiligte ich mich mit einer 11. Klasse an einem Wettbewerb der Bundeszentrale für Politische Bildung zum Thema Rauchen. Wir gewannen mit dem achtseitigen Faltblatt „Warum denn rauchen?“ (Auflage: 50.000) einen der fünf Hauptpreise, eine einwöchige Klassenfahrt nach Paris. Anschließend organisierten wir eine Wanderausstellung zum Rauchen, die an mehr als 20 Schulen in ganz Bayern zu sehen war.

 

 

 

 

Auch im Herbst 1979 beteiligte ich mich mit einer 11. Klasse am Wettbewerb der Bundeszentrale für Politische Bildung, diesmal zum Thema Zeitunglesen (über das ich zufällig mein erstes Buch geschrieben hatte). Dazu verglichen wir 70 Kommentare zur „Friedensrede“ von Leonid Breschnew aus 113 deutschsprachigen Zeitungen vom 8. Oktober 1979 miteinander. Ergebnis war das „Weilheimer Extrablatt“, das wir mit den Titelseiten dieser Zeitungen in einer Ausstellung über „Die deutsche Tagespresse“ im Weilheimer Stadtmuseum präsentierten. Auch diesmal gewannen wir einen der fünf Hauptpreise: eine einwöchige Klassenfahrt nach Wien.

 

 

 

 

 

Am 23. April 1980 (Todestag von Cervantes und Shakespeare, der fünf Jahre später zum Welttag des Buches erklärt wurde) erschien das erste Weilheimer Heft zur Literatur: Ilse Aichinger, Gedichte und Prosa. Die Hefte enthielten eine Auswahl aus dem Werk eines zeitgenössischen Autors, der etwa einen Monat später zu einer oder zwei Lesungen an unser Gymnasium kam, immer außerhalb der Unterrichtszeit. Die Hefte wurden in allen Klassen als Lektüre im Deutschunterricht besprochen. Der Besuch der Lesungen jedoch war freiwillig. Mit dem Verkauf der Hefte wurde der Druck, mit den Eintrittskarten, vor allem der Eltern, wurden die Lesungen finanziert. Anbei eine Dokumentation, das Weilheimer Heft 66, das Plakat und das Einladungsfaltblatt zum 30. Jubiläum des Projekts im April 2010.

 

 

Im Herbst 1982 gründete ich an der Deutschen Schule in London die Londoner Lesehefte, von denen ich die ersten sechs redigierte: für Wolfdietrich Schnurre, Ilse Aichinger, Hans Werner Richter, Martin Walser, Uwe Johnson und Friedrich Dürrenmatt, der im Mai 1985 vor insgesamt 1400 Zuhörern zwei Lesungen gab.

Uwe Johnson starb neun Monate vor seiner Lesung, weshalb wir am 23. November 1983 eine Gedenkfeier im Institute of Germanic Studies und an der Deutschen Schule organisierten, u.a. mit Günter Grass, Michael Hamburger, Peter Horst Neumann, Alan Sillitoe, Martin Swales und Siegfried Unseld.

 

 

 

 

Nach meiner Rückkehr im Herbst 1985 wurde das Projekt Weilheimer Hefte noch erweitert. Für die Jahre 1987 und 1988 gaben wir Weilheimer Literaturkalender heraus. Der erste enthielt zwölf Gedichthandschriften von "Weilheimer" Autoren, u.a. von Peter Huchel, Ernst Jandl und Martin Walser, der zweite 24 Romananfänge, 12 von „Weilheimer“ Autoren sowie 12, die von "Weilheimer“ Autoren vorgeschlagen und kommentiert wurden. Adolf Muschg zum Beispiel schlug den "Parzival" von Wolfram von Eschenbach vor und schrieb dazu eine Empfehlung, Peter Ustinov, von dem wir den Anfang seines Romans "Krumnagel" abdruckten, empfahl "Benito Cereno" von Herman Melville.

 

 

 

 

 

Seit 1988 gibt es den „Weilheimer Literaturpreis“, der jeweils von einer Schüler-Jury unter den Autorinnen und Autoren vergeben wird, die seit 1980 in Weilheim gelesen haben. Die ersten Preisträger waren Ilse Aichinger (1988, Laudatio: Joachim Kaiser), Wolfgang Hildesheimer (1991, Laudatio: Peter Horst Neumann), Gertrud Fussenegger (1993, Laudatio: Dieter Borchmeyer) und Thomas Hürlimann (1995, Laudatio: Martin Walser). Zum Dank hielten die Preisträger eine "Rede an die Jugend". Zweimal wurde der Preis außerhalb von Weilheim überreicht: 2001 erhielt ihn Siegfried Lenz in Hamburg (Laudatio: Helmut Schmidt) und 2006 Wole Soyinka in Berlin (Begrüßung: Hans Magnus Enzensberger, Laudatio: Bundespräsident Horst Köhler).

 

Im Herbst 1989 gründete ich das Projekt Lesebogen, zunächst für zehn Gymnasien in Oberbayern und Schwaben, nach dem Mauerfall kamen Gymnasien in Greiz und Weimar sowie in Reichenbach/Vogtland hinzu. Ein prominenter Leser wurde jeweils als Herausgeber gewonnen – Dietrich Fischer-Dieskau für Reiner Kunze oder Martin Walser für Thomas Hürlimann, dann wurde das Heft in 8000 Exemplaren gedruckt und in allen beteiligten Gymnasien gelesen, bevor der Autor zwölf Lesungen gab. Bis 1999 fanden mehr als 100 Lesungen statt: mit Reiner Kunze, Walter Kempowski, Tankred Dorst, Martin Walser, Michael Ende, Gertrud Fussenegger, Peter Härtling, Thomas Hürlimann, Rafik Schami, Peter Bichsel und Herbert Rosendorfer.

 

1997 gründete ich schließlich das Projekt Lesezeichen für mehrere Gymnasien in Niederbayern und Schwaben. Die Idee war, die Lesungen statt mit einem Heft mit einem Faltblatt im DinA4-Format vorzubereiten, das ebenfalls in allen Klassen im Deutschunterricht gelesen wurde. Dazu wurde – wie auch bei den Leseheften – jeweils ein Kommentar für die Deutschlehrer herausgegeben. Diese Idee eines Faltblatts zur Vorbereitung einer Lesung konnte ich auch bei späteren Gelegenheiten fruchtbar machen, zum Beispiel für Lesungen von Thomas Hürlimann in Schaffhausen und Singen im April 2011 oder von Gerhard Polt in der Erich Kästner-Realschule in München-Nord im Mai 2015.

Zweimal nahm ich mit Deutschklassen am Projekt „Jugend schreibt“ der Frankfurter Allgemeinen teil. 1995 gewann der Schüler Bernhard Helm, der u.a. über die Weilheimer Autorenlesungen geschrieben hatte, einen der beiden Fazit-Preise. Am 1. April 1996 brachte die F.A.Z. mehrere kritische Artikel von Schülern über eine Drogenbroschüre der Bundeszentrale für Gesundheitliche Aufklärung, die daraufhin aus dem Verkehr gezogen wurde.

 

 

In den Jahren 1996 bis 2004 war mein wichtigstes Projekt der Kampf gegen die Rechtschreibreform, den ich Anfang Oktober 1996 auf der Frankfurter Buchmesse mit dem Flugblatt „Stoppt die überflüssige, aber milliardenteure Rechtschreibreform!“ begonnen hatte, das die „Frankfurter Erklärung zur Rechtschreibreform“ vorbereitete, eine ganzseitige Anzeige in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung vom 19.Oktober 1996, die zusammen mit der „Zweiten Frankfurter Erklärung zur Rechtschreibreform“ vom 9. November von fast 50 000 Bürgerinnen und Bürgern unterzeichnet wurde.

 

Am 30.11.1996 riefen wir mit der „Münchner Erklärung zur Rechtschreibreform“ zu einem Volksbegehren in Bayern auf und sammelten 50 000 Unterschriften. Nach der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts vom 18. Mai 1998 (die Richter hatten für die mündliche Verhandlung drei reformkritische und 12 reformbefürwortende Institutionen eingeladen, sich von einer vom 550 Professoren für Sprache und Literatur unterzeichneten Petition nicht beeindrucken lassen und mit 7 zu 0 Stimmen den Kultusministern recht gegeben) zog ich mich für einige Zeit aus dem Kampf zurück, bis sich mehrere Zeitungen, zuerst die F.A.Z., dann die gesamte Springer-Presse dazu entschlossen, zur „alten“ bzw. bewährten bzw. klassischen Schreibung zurückzukehren. Die letzten Aktionen waren eine Anzeigenserie in der F.A.Z., ganzseitige Anzeigen am 19. August 2000 in sechs deutschen Tageszeitungen mit der Frage „Soll die Rechtschreibreform zurückgenommen werden?“ (mehr als 70.000 Bürgerinnen und Bürger beteiligten sich, 98,56 % stimmten schriftlich für die Rücknahme) und der „Frankfurter Appell zur Rechtschreibreform“ auf der Frankfurter Buchmesse 2004.

20 Jahre nach der „Frankfurter Erklärung zur Rechtschreibreform“ wollen wir auf der Frankfurter Buchmesse noch einmal auf das Thema Rechtschreibreform zu sprechen kommen. U.a. haben wir am 1. Juli 2016 am 20. Jahrestag der „Wiener Absichtserklärung zur Neuregelung der deutschen Rechtschreibung“ einen mit 20.000 Euro dotierten Schreibwettbewerb zur Rechtschreibreform ausgeschrieben, dessen beste Beiträge am 20. Oktober auf der Buchmesse mit dem „Frankfurter Orthographie-Preis“ ausgezeichnet werden sollen. Näheres auf der Webseite www.rechtschreibreform.de. Ein Interview zum Thema Rechtschreibreform brachte die auflagenstärkste Zeit Österreichs, die Kronen Zeitung, am 19. Juli 2016.

Nach 2004 organisierte ich weiter Lesungen, u.a. mit Gertrud Fussenegger (in Weilheim und in München), Thomas Hürlimann (in Zürich und am 15. Mai 2014 in Chur mit dem Churer Lesezeichen), Reiner Kunze (in München und am 22. April 2013 mit einem Lesezeichen in Weilheim) und Guntram Vesper (in München), auch die Verleihung des Weilheimer Literaturpreises 2006 an Wole Soyinka und das Jubiläum der Weilheimer Hefte im April 2010 (s.o.). Eindrucksvoll war auch die „Matinee zum Lob des Lesens“ am 21. April 2013, bei der ein „Appell für das Lesen zum Welttag des Buches“ vorgetragen wurde, der auf die Webseite des deutschen PEN-Zentrums übernommen wurde. Was bleibt, ist der Dank an die Autorinnen und Autoren der Vergangenheit und der Gegenwart, die uns mit ihren Büchern so viele Erlebnisse, Erkenntnisse und Freuden schenken. Denn, wie Horaz vor mehr als 2000 Jahren gedichtet hat, „aut prodesse volunt aut delectare poetae / aut simul et iucunda et idonea dicere vitae. Entweder nützen oder erfreuen wollen die Dichter / oder zugleich Amüsantes und Lehrreiches dichten fürs Leben.“